25.07.2013

Offener Brief an die Vereine der Basketball Bundesliga

Liebe Vereine der Beko Basketball Bundesliga,

am vergangenen Samstag fand in der BBL-Zentrale in Köln ein Treffen zwischen Ligaführung und Vertretern der Fanclubs statt. Hier teilte uns Herr Jan Pommer mit, dass es in der kommenden Saison eine neue Kartenregelung für Gästefans in der Basketball Bundesliga geben wird. Demnach wird ein Maximalkontingent von 300 Karten eingeführt, unabhängig von der Hallengröße.

Nachdem das Kontingent für Gästefans vor Jahren schon von 20% auf 10% der Hallenkapazität gesenkt wurde, ist dies der nächste Schlag gegen uns Fans. Wir Fanclubs arbeiten alle ehrenamtlich, investieren viel Zeit in die Organisation von Fahrten und reisen quer durch Deutschland, um unser Team zu unterstützen.

Die Enttäuschung ist groß, dass so eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen getroffen wurde, ohne dass auch nur einer von uns angehört wurde.

Vor allem in den Playoffs oder zu Derbys kommt es häufig vor, dass 300 Karten nicht ausreichen. Für die vielen anderen Spiele, bei denen frühzeitig absehbar ist, dass das komplette Kontingent der Gästekarten nicht benötigt wird, sagen wir den Heimvereinen zu, dass wir, wie bisher auch, frühzeitig eine ungefähre Zahl an Ticketwünschen mitteilen und den Rest des Kontingents für den freien Verkauf freigeben. So haben die Heimvereine ausreichend Zeit, die Tickets abzusetzen und bleiben nicht auf diesen Tickets sitzen.

Es sind nun mal ausgerechnet diese Spiele, in denen mehr als 300 Gästefans mit ihrem Team reisen, die eine ganz besondere Atmosphäre haben und den besonderen Reiz sowohl für Heim- als auch für Gästefans ausmachen. Es gibt nichts schöneres, als wenn zwei große Fanblöcke sich gegenseitig zu akustischen Höchstleistungen hochschaukeln und gemeinsam ein friedliches Basketballfest feiern.

Diese ganz besonderen Spiele, zu denen sich Sonderzüge oder Buskarawanen auf den Weg machen, wollen wir uns nicht nehmen lassen! Wir fordern, dass wir wenigstens die Chance bekommen, uns Gehör zu verschaffen, bevor eine Entscheidung über unsere Köpfe hinweg getroffen wird. Suchen Sie das Gespräch zu Ihren organisierten Fans und Sie werden feststellen, dass wir uns alle nicht nur darüber ärgern, dass wir nun weniger Gästekarten bekommen, sondern auch, dass wir traurig darüber sind, zukünftig weniger Gästefans zuhause empfangen zu dürfen.

Für die nächste Tagung der Basketball Bundesliga fordern wir, dass ein Antrag gestellt wird, in dem die neue Regelung wieder rückgängig gemacht wird, so dass es weiterhin die 10%-Regel gibt.

Wir hoffen, dass in Zukunft mehr auf Dialog gesetzt wird und bei Ihnen ein Bewusstsein und eine Wertschätzung entstehen für die einzigartige, lebendige und friedliche Fankultur, die wir im Deutschen Basketball haben!

Mit sportlichen Grüßen

gez. Michael Kleist
„Die Fans-Defense“ Bonn
gez. Georg Ruge
Supporters Club Bonn
gez. Karsten Wollschläger
Bayreuth Bats
gez. Fabian Umbach
Tuefosi 10 Tübingen e.V.
gez. Kai Rieche
Alba-Tross Berlin
gez. Alexander Kürth
Block 212 Berlin
gez. Günter Kolb
Faszination Basketball Bamberg
gez. Lukas Winkler
Sektion Südblock Bamberg
gez. Marion Turbanisch
Freak City Frankenpower Bamberg
gez. Jan-Erik Beerstecher
BIGREDS e.V. München
gez. Julian Gopp
Würzburg YoungStars
gez. Sebastian Löblein
Red Passion Würzburg
gez. Jannik Wiggers
Thunderstorm Oldenburg
gez. Peter Mydla
Flying Moins e.V.
gez. Dominik Niegel
Tornados Hagen
gez. Alexander Schmoll
Fastbreak Trier 1997 e.V.
gez. Patrick Pöppelmeyer
Dragon-Front-Quakenbrück
gez. Christoph Saipt
Fanclub Dragonfire e.V.
gez. Markus Müller
Klettverschluss – Der Rasta Supporters Club
gez. Mareen Lehmann
Fanclub "Das Rudel" e.V.
gez. Heiko Goltermann
Eisbären-Power e.V. Bremerhaven
gez. Anke Stakemann
Skybembels Frankfurt
gez. Gerhard Barthmann
Magic Sparrows Ulm
gez. Josef Jahl
Fan-Attack-Ulm
gez. Sebastian Lempert
Dunking Dukes Ludwigsburg
 

Kommentare

[...] 25. Juli 2013 Warum eine Regel schaffen, die man genau wenn sie zutreffen wird angeblich nicht anwenden will? Es wird uns Fans versprochen, dass man darüber reden kann, wenn tatsächlich Bedarf besteht, mehr als 300 Karten in Anspruch zu nehmen, also z.B. bei Derbys oder Playoff-Spielen – ich glaube Euch kein Wort!! Ihr habt vorher nicht mit uns Fans gesprochen, und habt die Begrenzung eingeführt, um sie  anzuwenden  wenn sie zutrifft! Wetten, Ihr geht jetzt vor Ort und werdet den Zusammenhalt zwischen Verein, Mannschaft und Fanclub beschwören nach dem Motto “Wir gegen die andern, weil die anderen gegen uns sind”. Wahrscheinlich fallen die Bamberger, Ulmer und Müncher Fans auf diese Falle herein. Das ärgert mich besonders! Nur wenn sich die Bamberger Fans für die Ulmer, die Ulmer für die Münchner und die Münchner für die Bamberger AUSWÄRTSFANS einsetzen, — und nur wenn die Fans den Unterschied machen wollen(!)  zwischen Fans, Fanclubs auf der einen und Management und Vereinen auf der anderen Seite, können wir etwas bewegen! Die  Vereine werden jetzt versuchen ihren Fans zu erklären, warum diese Regelung sinvoll, notwendig und vorteilhaft ist. Vorteil von dieser Regel haben nur ein paar Vereinszuständige, die im Vorfeld nicht einmal untereinander reden können um das Problem in den Griff zu bekommen, geschweige denn mit ihren Fans. Damit sie auch in Zukunft nicht miteinander reden müssen, haben sie nun die Regel eingeführt, um dann wenn es kritisch wird genau darauf zu verweisen und sich dahinter zurück zu ziehen. In den Playoffs geht es etwas rauher zu unter den Fans, aber natürlich auch unter den Vereinen. Dann wird man überlegen, wie man möglichst der Heimmannschaft die besten Voraussetzungen bietet, um zu siegen. Und dazu gehören Heim-Fans, die die eigene Halle zur Hölle für die Gastmannschaft machen. Wir bauen uns Trutzburgen auf und ziehen die Zugbrücken  hoch. Und genau dann wollt Ihr die 300-Regel nicht anwenden?? Als 100% Fan der Brose Baskets, der fast alle Auswärtsspiele der letzten 5 Jahre dabei war stelle ich fest, dass ich in diesem Falle nicht hinter der Entscheidung meines Vereins stehe, falls er hier zugestimmt hat, was ich annehme. Meine Solidarität und Unterstützung gehört in diesem Fall ausschliesslich der FANGEMEINSCHAFT, über die Hallengrenzen hinweg! Gegen die 300 Begrenzung – für die 10% Regelung! FANS RESPECT FANS! Walter Schell zu diesem Thema gibt es auch einen offenen Brief der deutschen BBL-Fanclubs an die Vereinsführungen…/* [...]

Volle Unterstützung!

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